Die harte Wahrheit oder keine (DE)

Siehe Die Suche nach Wahrheit (DE)

Wie oft ist uns selbst aufgefallen, dass wir uns bei der Suche nach einer Meinung oder Antwort schon selbst manipuliert haben?

  • Google-Suche: „Warum ist Ansicht X falsch?“ Anstatt: „Punkte für und gegen Ansicht X“
  • YouTube-Feed schlägt uns Videos vor, welche unsere bestehende Meinung bestätigt
  • „Mit dem/der macht es eh keinen Sinn zu reden, was der/die für Ansichten hat.“
  • „Ich kenne die Gegenargumente ja eh schon alle…“

Aber Menschen hinterfragen ihre Ansichten doch auch gewissenhaft, oder?

„Menschen neigen dazu, Prüfungsfragen so zu formulieren, dass ihre Annahmen bestätigt werden, falls die Antworten zustimmend sind.“
Rüdiger F. Pohl: Cognitive illusions: A handbook on fallacies and biases in thinking, judgement and memory. Psychology Press, Taylor and Francis Group, Hove (UK) and New York 2004, S. 79–87. (Übersetzt)

Dieser Effekt ist allgemein auch als Bestätigungsfehler (Confirmation bias) bekannt:

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    primaryTextColor: '#fff'
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flowchart TD
	A(["(1) Bestehende<br>Meinung"])
	B(["(2) Beweise<br>suchen"])
	C["Unterstützt Beweis<br>bestehende Meinung?"]
	D(["Verwerfen🗑️"])
	A --> B --> C
	C --> |Ja| A
	C --> |Nein| D

Die obige Liste an Beispielen ist unerschöpflich. Aber schlaue Leser ist sicherlich nicht so voreingenommen wie der naive “Durchschnittsbürger”…

„Drei Studien deuten darauf hin, dass Menschen das Vorhandensein und die Funktionsweise kognitiver und motivationaler Voreingenommenheit viel stärker bei anderen als bei sich selbst wahrnehmen. Studie 1 zeigt anhand von drei Umfragen, dass Menschen sich selbst als weniger anfällig für verschiedene Voreingenommenheiten einschätzen als den „Durchschnittsamerikaner“ […]“
Pronin, E., Lin, D. Y., & Ross, L. (2002). The Bias Blind Spot: Perceptions of Bias in Self Versus Others. Personality and Social Psychology Bulletin, 28(3), 369-381. https://doi.org/10.1177/0146167202286008 (Übersetzt)

Jeder Mensch muss sich selbst fragen: Möchte ich überhaupt meine Meinung ändern? Kann ich auch die harte Wahrheit ertragen? Oder will ich sie eigentlich gar nicht wissen?

Joshua Rasmussen, Professor für Philosophie, schrieb im ersten Kapitel seines Buches How Reason Can Lead to God Folgendes:

Viele Menschen leben nach inspirierenden Ideen, wie zum Beispiel, dass dein Leben wichtig ist oder dass alles zum Guten führt. Aber wie könnte ich an solche Dinge glauben? […] Die hoffnungsvollen Ideen schienen mir zu schön, um wahr zu sein. […] Stattdessen suchten [die Menschen] nach anderen Dingen: Sicherheit, Sinn, Bedeutung, Liebe. Sie waren nicht einmal bereit, sich zu irren. Ich sah einige wenige Seltsame, die sich von der Masse abwandten. Sie zeigten Neugierde, die Wahrheit zu entdecken – was auch immer die Wahrheit sein mochte. Sie schienen nicht besonders darauf bedacht zu sein, frühere Überzeugungen zu verteidigen. Stattdessen waren sie Entdecker. Anstatt Sicherheit unter dem Deckmantel der Doktrin zu suchen, fanden sie Freude daran, mehr zu sehen, als sie bisher gesehen hatten. Sie waren Wahrheitssuchende. […] Ich wägte ab: Entweder würde mein Leben letztendlich im Nichts enden, oder es gab mehr im Leben als nur die Veränderung von Formen. Die zweite Option fühlte sich wie ein Schatz an. Aber die erste fühlte sich an, als könnte sie die nüchterne Wahrheit sein. […] Während ich über diese Dinge nachdachte, kam ich zu einer Entscheidung. […] „Ich werde ein Wahrheitssuchender sein.“ Ich beschloss, der Vernunft und den Beweisen zu folgen, wohin auch immer sie mich führen mögen.“
Rasmussen, Joshua. How Reason Can Lead to God: A Philosopher’s Bridge to Faith. USA, InterVarsity Press, 2019, S. 3.-5 (Übersetzt)

Um am Punkt des letzten Posts anzuknüpfen: Der Mensch ist das kosmische Waisenkind (Loren Eiseley). Alle Tiere werden von Instinkten geleitet, aber nur der Mensch hat gelernt, Fragen zu stellen:

Wer bin ich?

Warum bin ich hier?

Wohin gehe ich?

Das Menschliche Dilemma

In der Zeit der Aufklärung (18. Jhd.) hat der Mensch versucht, diese Frage ohne Gott zu beantworten – mit erschreckenden Antworten:

Wer bin ich?

Ein zufälliges Nebenprodukt der Natur, ein Ergebnis von Materie plus Zeit plus Zufall.

Warum bin ich hier?

Es gibt keinen Grund für meine Existenz.

Wohin gehe ich?

Alles, was mich erwartet, ist der Tod.

Nur weil sich ein Ergebnis unschön anhört muss es nicht unbedingt falsch sein. Jede konkrete Antwort auf den menschlichen Ursprung hätte (oder hat) weitreichende Folgen. Die etablierten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse unterstütze ich selbstverständlich. Diese liefen jedoch in sich selbst keine Weltanschauung und bieten keine Antworten auf die obigen drei Fragen.

Noch vor der Zeit der Aufklärung schrieb Blaise Pascal (1623-1662) in Pensées als erster konkret über das “Menschliche Dilemma” (human predicament). So schrieb er über einen Menschen:

„Ich weiß nicht, wer mich in die Welt gesandt hat, noch was die Welt ist, noch was ich selbst bin. […] Ich sehe die erschreckende Unermesslichkeit des Universums, das mich umgibt, und finde mich auf eine Ecke dieser gewaltigen Ausdehnung beschränkt, ohne zu wissen, warum ich hier und nicht anderswo niedergelassen bin und warum die kurze Zeitspanne, die für mein Leben vorgesehen ist, […], zugewiesen ist. Ich weiß nur, dass ich bald sterben muss, aber was ich am wenigsten verstehe, ist dieser Tod selbst, dem ich nicht entkommen kann. […] Wie ich nicht weiß, woher ich komme, so weiß ich auch nicht, wohin ich gehe. Ich weiß nur, dass ich, wenn ich diese Welt verlasse, für immer ins Nichts oder in die Hände eines zornigen Gottes falle, ohne zu wissen, in welchen dieser beiden Zustände ich für immer überführt werde… Das ist mein Zustand, voller Schwäche und Unsicherheit. Daraus schließe ich, dass ich jeden Tag meines Lebens damit verbringen sollte, nicht nach meinem Schicksal zu fragen. Vielleicht könnte ich eine Lösung für meine Zweifel finden, aber ich habe keine Lust, mich darum zu kümmern, ich werde keinen einzigen Schritt zu ihrer Entdeckung machen.“
Blaise Pascal, Pensées 29.

Pascal hält eine solche Gleichgültigkeit für wahnsinnig. Das Dilemma sollte die Menschen eigentlich dazu treiben, eine Lösung dafür zu suchen. Stattdessen füllen die Menschen ihr Leben mit Trivialitäten und Ablenkungen, um der Verzweiflung, Langeweile und Angst zu entgehen, die ohne sie entstehen würden.

Der Atheismus ist daher letztlich, wenn man ihn zu seinem logischen Ende führt, destruktiv und führt zu Verzweiflung. (Fyodor Dostoyevsky)

Die Harte Wahrheit

Kai Nielsen, ein atheistischer Philosoph, der versucht, die Lebensfähigkeit der Ethik ohne Gott zu verteidigen, gibt am Ende zu:

„Wir konnten nicht zeigen, dass die Vernunft den moralischen Standpunkt erfordert oder dass alle wirklich rationalen Menschen, die nicht von Mythen oder Ideologien getäuscht werden, nicht unbedingt individuelle Egoisten oder klassische Amoralisten sein müssen. Die Vernunft entscheidet hier nicht. Das Bild, das ich Ihnen gezeichnet habe, ist kein angenehmes. Wenn ich darüber nachdenke, werde ich depressiv […] Reine praktische Vernunft, selbst mit guter Kenntnis der Fakten, führt Sie nicht zur Moral.“
Kai Nielsen, “Why Should I Be Moral?” American Philosophical Quarterly 21 (1984): 90. (Übersetzt)

Wenn wir nicht oberflächlich sind, sondern den Gedanke zum Ende durchspielen, kommen wir (und bekannte Philosophen) unweigerlich zu folgenden Resultaten:

  • Ohne Gott ist alles, womit wir konfrontiert sind, die bloße, wertlose Tatsache der Existenz (Jean-Paul Sartre)
  • Ohne Gott ist alles erlaubt (Fjodor Michailowitsch Dostojewski)
  • Ohne Gott sind der Mensch und das Universum dem Untergang geweiht (Hitzetod): wie Gefangene, die auf ihre Hinrichtung warten. (William Lane Craig)
  • Ohne Gott sind moralische Werte nur persönliche Vorlieben oder Produkte der sozio-biologischen Evolution und Konditionierung. (Paul Kurtz)
  • Ohne Gott gibt es kein absolutes Richtig und Falsch.

Diese Konsequenzen sind schwerwiegend aber wahr. Sie sind die logische Schlussfolgerung. Die harte Wahrheit ohne Ausschmückungen oder Beschönigungen.

Die Alternative und der Schatz

C. S. Lewis, Professor an der University of Oxford, bekannt für die Kinderbuchserie Die Chroniken von Narnia, stellte in seinem Buch Mere Christianity folgende zwei Möglichkeiten auf:

„Das Christentum behauptet, dass jeder einzelne Mensch ewig leben wird, und dies muss entweder wahr oder falsch sein. Nun gibt es eine ganze Reihe von Dingen, über die ich mir keine Gedanken machen würde, wenn ich nur siebzig Jahre zu leben hätte, über die ich mir aber sehr wohl Gedanken machen sollte, wenn ich ewig leben werde.“
C. S. Lewis, Mere Christianity. USA, HarperCollins, 2009, S. 43-44. (Übersetzt)

In einer pluralistischen Gesellschaft wird eine solche “harte” Entscheidung zwischen wahr und falsch verdrängt. Man einigt sich lieber auf einen Kompromiss zwischen wahr und falsch. Somit bleiben beide Möglichkeiten in einer abgeschwächten Form bedeutungslos stehen. In der Gegenwart und Vergangenheit gab es viele Menschen, welche vermeintliche Lösungen für das menschliche Dilemma fanden. Dabei werden viele Formen und Variationen an Göttern oder spirituellen Mächten hervorgebracht. Viele Menschen behaupten, sie kennen den einzig wahren Weg, und alle anderen sind falsch. Wem von ihnen soll man vertrauen?

Wenn wir eine neue Person kennenlernen, wissen wir nur so viel von ihr, wie sie von sich selbst offenbart. Wenn sie nicht mit uns spricht, werden wir sie nie wirklich kennenlernen. Analog können wir, WENN es Gott gibt, nur so viel von ihm wissen, wie er sich uns offenbart hat.

Hat sich Gott, wenn es ihn gibt, den Menschen offenbart?

  • Wie würde eine solche Offenbarung aussehen?
  • Würde ich es dann überhaupt zweifelsfrei erkennen?
  • Wie unterscheide ich eine Gottes-Offenbarung von einer menschlichen Fantasie?
  • Muss er sich jedem Menschen separat offenbaren, oder einmal für alle?

Aus historisch-kritischer Perspektive ist die Kreuzigung Jesu unter Pontius Pilatus eines der am besten gesicherten Ereignisse der antiken Geschichte. Die Mehrheit der neutestamentlichen Forscher und Historiker ist sich über folgende Tatsachen einig: (William Lane Craig)

  • die Existenz von Jesus von Nazareth als Person
  • die Kreuzigung von Jesus
  • die Beerdigung von Jesus
  • das leere Grab von Jesus (erstmal unabhängig von der Ursache)
  • seine angeblichen Erscheinungen nach seinem Tod
  • und der feste Glaube der Jünger an seine Auferstehung

wobei die beste Erklärung dafür ist, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Selbstverständlich ist diese Möglichkeit nicht rein natürlich erklärbar und bleibt offen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass diese Erklärung ausgeschlossen oder unvernünftig ist. Denn: Warum sollten übernatürliche Ereignisse kategorisch abgelehnt werden?

Historische Quellen der Kreuzigung von Jesus Christus für Interessierte

Römische Quellen:

  • Tacitus (56-120 n. Chr.): berichtet von der Hinrichtung „des Christus“ unter Pontius Pilatus. (Annalen 15,44)
  • Pliny the Younger (69-140 n. Chr.)
  • Seutonius (69-140 n. Chr.)

Jüdische Quellen:

  • Josephus (55 n. Chr.): erwähnt Jesus als gekreuzigt (wenn auch die Passage interpoliert ist, bleibt dies der Mehrheitsmeinung zufolge in reduzierter Form glaubwürdig). (Antiquitates 18,3,3)
  • Jüdische Talmud (400-700 n. Chr.)
  • Toledot Yeshu (1000 n. Chr.)

Griechische Quellen:

  • Thallus (52 n. Chr.)
  • Lucian (115-200 n. Chr.)
  • Celcus (175 n. Chr.)

Christliche, außerbiblische Quellen:

  • Polycarp (69-150 n. Chr.)
  • Ignatius (33-103 n. Chr.)
  • Clement (~95 n. Chr.)

Dr. Bart Ehrman, Professor und Religionswissenschaftler, schrieb:

Dass Jesus durch Kreuzigung starb, wird in unseren Quellen, frühen wie späten, fast ausnahmslos bezeugt. Wir haben Überlieferungen über die blutige Hinrichtung Jesu aus unabhängigen Evangeliumsquellen (Markus, M, L, Johannes, Petrus-Evangelium) in unseren verschiedenen Briefen und anderen Schriften (Hebräer, 1. Petrus, Offenbarung) und natürlich bei Paulus – überall bei Paulus.“
Ehrman, Bart D.. Did Jesus Exist? The Historical Argument for Jesus of Nazareth. USA, HarperCollins, 2012, S. 162. (Übersetzt)

Dieser Apostel Paulus von Tarsus, ursprünglicher Verfolger von Christen, schrieb offen und ehrlich:

14. Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn, und euer Glaube hätte keine Grundlage.
15. Mit Recht könnte man uns dann vorwerfen, wir seien Lügner und keine Zeugen Gottes. Denn wir behaupten doch: Gott hat Christus auferweckt. Das kann ja gar nicht stimmen, wenn die Toten nicht auferstehen!
16. Wie schon gesagt, wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferstanden.
17. Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug, und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei.
18. Ebenso wären auch alle verloren, die im Glauben an Christus gestorben sind.
19. Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.
1. Brief an die Gemeinde in Korinth 15,14-19

Die Erzählungen von der Auferstehung entstanden nicht erst, wie in anderen antiken Legenden, Jahrhunderte später, sondern breitete sich ab Tag 1 durch die frühe christliche Gemeinde rasant aus. Nicht weil sie dadurch Ansehen oder Reichtum gewonnen hätten – nein, sogar im Gegenteil: Sie lebten dadurch unter grausamer Verfolgung im römischen Reich.

Henryk SiemiradzkiNeros lebende Fackeln. Tacitus berichtet, dass Christen ans Kreuz geschlagen und verbrannt wurden.

Diese massive Verfolgung und Anzahl der Martyrern zieht sich durch die gesamte Geschichte bis heute:

„Die Verfolgung von Christen aller Konfessionen nimmt in den letzten Jahren sehr besorgniserregende Ausmaße an. Christen werden wegen ihres Glaubens diskriminiert, verlieren ihre Arbeitsstellen, ihre Wohnungen, werden inhaftiert, entführt, verstümmelt und ermordet, ihre Kirchen werden niedergebrannt und ihre Häuser zerstört. Nach Angaben der Deutschen Evangelischen Allianz wurden im Jahr 1998 etwa 163 000 Christen aufgrund ihres Glaubens getötet.
Deutscher Bundestag, Drucksache 14/2431 https://dserver.bundestag.de/btd/14/024/1402431.pdf

Es reicht den Abschnitt Geschichte des Wikipedia-Artikels Christenverfolgung durchzulesen.

Dieser Befund passt nicht mit “einer netten Idee” oder “eine interessante Volksreligion” zusammen.

Wenn die Apostel sich die Wiederauferstehung lediglich eingebildet hätten, hätten sie keinen Nachteil dadurch gehabt, diese zu leugnen um der Verfolgung und der Hinrichtung zu entkommen. Genauso wie bekannte Martyrer wie Dietrich Bonhoeffer und Paul Schneider. Die Augenzeugen Petrus und Johannes sagten vor dem Gericht: „denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden.“(Apostelgeschichte 4,20)

„Während also andere Gegner behaupten, dass keine wahre Gewissheit auf den Erscheinungen Christi gegründet werden kann, ist es doch klar, dass die Apostel absolute Gewissheit über dieses große Geheimnis hatten […], Wunder zur Bestätigung desselben wirkten und schließlich ihr Blut vergossen, um dessen Wahrheit zu bezeugen.“
Principia Apologeticae Catholicae, PG 332-333

Zweifellos: Wenn eine Person aus meinem Bekanntenkreis heute sterben würde und nach drei Tagen, mit vorheriger Ankündigung und nicht aus Zufall, von den Toten aufersteht, würde ich sehr genau zuhören, was sie mir zu sagen hätte.

„Auferstehung (anastasia) war im Griechischen ein Wort, das bereits eine klare Bedeutung entwickelt hatte. Es bezog sich auf die physische Wiederbelebung derjenigen, die Gott auserwählt hatte, in dieser Welt. […] Als die Jünger also die Auferstehung Jesu verkündeten, behaupteten sie, dass Gott für einen Menschen das getan hatte, was sie von ihm am Ende der Zeit für alle seine gläubigen Menschen erwarteten […]. Hätten sie lediglich gemeint, dass Jesus ein guter Mensch war, der es nicht verdient hatte zu sterben und dessen Einfluss auf die Menschen sicherlich über seinen Tod hinaus fortbestehen würde, hätten sie ein anderes Wort verwendet. Sie hätten es nicht gewagt, dieses Wort zu verwenden, das nur eine einzige Bedeutung hatte – Gottes Tat der Auferweckung vom physischen Tod. Das war es, was sie meinten. Und das war es auch, was man ihnen unterstellt hätte.“
P.W. Walker, The Weekend That Changed the World (Louisville, KY: Westminster John Knox, 1999), 63. (Übersetzt)

Für viele Entscheidungen oder politische Ansichten in der Gesellschaft gibt es kein klares “Ja” oder “Nein”. Aber in dieser Frage gibt es nur ein klares “Alles oder Nichts”: Ob Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist und als Resultat alle, die ihn als Sohn Gottes bekennen und auf ihn vertrauen, in den Himmel kommen oder nicht.

„Ich versuche hier zu verhindern, dass jemand das wirklich Dumme sagt, was die Leute oft über ihn sagen: „Ich bin bereit, Jesus als großen Morallehrer anzuerkennen, aber ich akzeptiere nicht seinen Anspruch, Gott zu sein.“ Das ist das Einzige, was wir nicht sagen dürfen. […]. Sie müssen Ihre Wahl treffen. Entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes, oder er ist ein Verrückter oder etwas Schlimmeres. Sie können ihn als Narren abtun, […] oder Sie können ihm zu Füßen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber lassen Sie uns nicht mit irgendwelchem herablassenden Unsinn darüber kommen, dass er ein großer menschlicher Lehrer sei. Er hat uns diese Möglichkeit nicht offen gelassen. Das war nicht seine Absicht.“
C. S. Lewis, Mere Christianity. USA, HarperCollins, 2009. (Übersetzt)

Laut Jesus ist Wahrheit ist nicht nur eine Abstrakte Idee, sondern eine Person. Er selbst.

Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.
 
Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.

Johannes 14,6;3,16

Wenn das stimmen würde, hätten wir eine Lösung für unser menschliches Dilemma gefunden… Einen echten Sinn in unserem Leben und eine lebendige Hoffnung, die uns niemand nehmen kann.

Nun gilt es nur noch eine notwendige Entscheidung zu treffen: War Jesus nur ein Irrer oder ist er der lebendige Sohn Gottes, der aus Liebe jedem einzelnen Menschen die Hand ausstreckt? Die Lösung für unser Dilemma?

Wie kann ich da so einfach eine Entscheidung treffen?

Natürlich können wir unsere Messlatte der Skepsis nach Bedarf so hoch hängen, dass sie nie erfüllt wird. Der Schlüssel ist begründetes Vertrauen. Kein blinder Glaube.

Ein Kind, welches von seinen Eltern verlassen wurde, hat keinen Grund, auf diese zu vertrauen. Wenn es jedoch umgeben von liebenden Eltern aufgezogen wurde, hat es vernünftige und ausreichende Gründe, auf sie zu vertrauen. Was das Kind sicher und faktisch weiß, ist, dass die Eltern es objektiv gut behandelt haben. Worauf das Kind begründet vertrauen kann, ist, dass die Eltern es lieben. Kann ein Mensch wissenschaftlich beweisen, dass sein Ehepartner ihn liebt? Natürlich nicht. Selbst der Versuch wäre schon verletzend für den Partner.

Was spricht dagegen das Markus-Evangelium (kurz, einfach und narrativ) der Bibel schlicht als Geschichte (historisch) zu lesen oder zu hören? Und sich die Fragen zu stellen:

  • War dieser Jesus ein gewöhnlicher verrückter Mensch? Oder mehr?
  • Was hatte Jesus davon, unschuldig am Kreuz qualvoll hingerichtet zu werden?
  • War er nur ein religiöser oder politischer Heuchler der sich selbst bereichern wollte?
  • Was war seine Mission? Was wollte er mit all dem erreichen?
  • Ist dieser Mensch vertrauenswürdig oder nicht?

„Wir wollen keinen lächelnden amerikanischen Gott, der nur der Abfall des verrottenden Systems um uns herum ist. Wir sind mit Werbespots und Plakaten aufgewachsen und wollen keinen Gott in silberner Geschenkverpackung verkauft bekommen. Wir wollen die Realität entdecken. Nicht auf abstrakte Weise, die uns ein gutes Gefühl über uns selbst gibt, sondern die harte Realität. Wir wollen die Wahrheit. Unverfälscht und echt. Wir sehnen uns danach, den gekreuzigten Christus kennenzulernen. Keine Plastikimitation. Nur der Mann der Schmerzen kann unser Leid verstehen, und nur ein gekreuzigter und auferstandener Gott verdient unseren Glauben. “
John Valadez (Übersetzt)

Literatur

N. T. Wright, The Resurrection of the Son of God (umfangreiche Untersuchung aller relevanten Zeugnisse und Argumentationsstränge)

Gary Habermas, The Resurrection of Jesus: Apologetics, Polemics, History (Zusammenfassung der wichtigsten Argumente und Debatten)

Craig, William Lane. Reasonable faith: Christian truth and apologetics. USA, Crossway Books, 2008.

Bruce M. Metzger, The Text of the New Testament (Einführung in Handschriftenüberlieferung und textkritische Verfahren).

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